Peter Lorenz Karanitsch: Malen, Fotografieren, Schreiben
Station 6: Orosi und die Coffee Pickers
Für die Fahrt von Manuel Antonio nach Orosi entscheiden wir uns für die landschaftlich schöne Strecke über den höchsten Pass Costa Ricas, den Cerro de la Muerte (3.300 m). Den „Berg des Todes“ (3.450 m) sehen wir nicht, wir sind längst in den Wolken. Die Wolken lichten sich, als wir in die Hochebene Valle Central hinabfahren. Wir passieren Carthago, die ehemalige Hauptstadt Costa Ricas, die von Erdbeben und dem Vulkan Irazú mehrmals zerstört worden war. Von dort ist es nicht mehr weit ins angeblich schönste Tal Costa Ricas, das Orosi-Tal. Für die 213 km lange Strecke benötigen wir 4 Stunden.
In der Hacienda „Coffee Pickers Village by Hacienda Orosi“ haben wir zwei Nächte gebucht, Kostenpunkt 646 Euro. Hauptgrund für die Wahl waren die Pools mit warmem Thermalwasser von 35 bis 38 Grad. Die Coffee Pickers bieten ein Hotel und ein Restaurant, dabei integriert ist ein öffentliches Thermalbad mit mehreren kleinen Becken. Davon abgeschieden sind zwölf Bungalows und ein Thermalbecken auf einer Anhöhe, mit Blick auf die Hacienda und auf das schöne Orosi-Tal. Wir sind happy, unser Haus liegt direkt neben dem etwa 60 m² großen Thermalbecken!
Dennoch sind wir bei unserer Ankunft etwas enttäuscht, denn es ist kühl und es nieselt. Aber genau das wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis: wir genießen zwei Stunden lang ungestört das warme Thermalwasser, der kühle Nieselregen ist aungenehm, die Stimmung ist wunderbar.
Bildergalerie
Passstraße über den Cerro de la Muerte (3.300 m) nach CartagoEin trister Vorort von Carthago: Auch hier ist alles vergittert und mit Stacheldraht gesichert12 Bungalows gibt es bei Coffee Pickers Village by Hacienda OrosiWir sind begeistert vom Thermalwasserbecken, das direkt neben unserem Bungalow liegt. Bei Nieselregen im 36 Grad warmen Wasser, das ist genial!Am Hang hinter dem Pool befindet sich die Kaffeeplantage. Es werden Führungen durch die Plantage angeboten, auch die Verarbeitung bis zum fertigen Produkt wird gezeigt.Kaffeefrüchte am Strauch: Die Ernte ist mühsam, die Früchte reifen unterschiedlich schnell und müssen einzeln gepflückt werden. Für die Erntehelfer ist der Name „Coffee Pickers“ absolut gerechtfertigt!Deftiges Frühstück im RestaurantDie Thermalbecken direkt vor dem Restaurant haben gestaffelte Temperaturen von 34 bis 38 Grad. Sie sind gegen Eintritt öffentlich zugänglich. Entsprechend gibt es Umkleideräume, Kabinen etc. und einen großen Parkplatz. Doch der ist leer und weit und breit ist kein Badegast zu sehen.Blick hinab auf die Hacienda, bei der es nicht nur um Kaffee geht, sondern auch um Lebensmittelproduktion. Entsprechend werden zahlreiche Tiere gehalten, von Hühnern bis zu Schafen und Rindern. Ein Korallenbaum Erythrina poeppigiana mit seinen orangen Blüten: Das Valle de Orosi ist berühmt für die spektakuläre Blütezeit des Korallenbaums. Von Januar bis März färben die Bäume ganze Berghänge und Plantagen leuchtend orange. Der überdachte Bereich im Bild ist Sammelpunkt bei Führungen durch die Kaffeeplantage.Die Franziskaner-Missionskirche Iglesia Colonial de Orosi ist das älteste erhaltene Gotteshaus Costa Ricas. Auch in Orosi schauen Supermärkte aus wie Lagerhallen. In manchen dieser Märkte hat es mangels Klimaanlagen brütende Hitze. Einmal hätte ich gerne eine Tafel Schokolade gekauft. Doch man konnte sie gar nicht anheben…Der Jardín Botánico Lankester liegt wenige km vor Carthago. Er ist berühmt für seine Orchideen.Eine Orchidee der Gattung LaeliaDendrocalamus giganteus – RiesenbambusBienenkorbingwerLeider haben wir nur zwei Nächte bei den Coffee Pickers gebucht. Wir genießen das Thermalbecken bis in die Nacht hinein. Morgen früh geht es weiter in die Karibik!